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Freitag, 22. April 2011

Aus C&A wird kein H&M!

Zu beneiden sind die Kollegen von Factor Design, Hamburg und Saffron, London nur bedingt. Sie dürfen die Marke C&A jünger und attraktiver machen. Wie die Fachöffentlichkeit erfährt, wird das Logo heller (siehe Bild), die Eigenmarken mehr „bio“ und das Shop-Interieur steht ebenso auf der Renovierungsliste wie der Online-Auftritt. Dabei hat C&A sich in den letzten Jahren schon viel Mühe gegeben; beginnend mit der viel gelobten „Indian Spirit-Kampagne“ in den Neunzigern bis hin zum Sponsorship von „Germany’s Next Topmodel“.

Natürlich gab es bislang noch verschiedentlich Diskrepanzen zwischen Werbung und dem tatsächlichen Einkaufserlebnis. Und ohne Frage ist das Verkaufspersonal bei H&M hipper, bei ZARA stylisher und bei Hollister erotischer als bei C&A. Aber sind das alle Gründe, warum man sich bei C&A noch nicht am Positionierungsziel sieht?

Nein, da gibt es einen Faktor, der sich aus der Historie begründet und der sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert hat. Ich selbst bin über 25 Jahre aus der Schule. Was meinen Sie, was in meiner Schulzeit das „uncoolste“ war, das man sich als Schüler oder Schülerin erlauben konnte?

Dazu zählte: mit einer C&A-Tüte gesehen zu werden; das war noch uncooler als „Jingler-Jeans“ (eine damalige Eigenmarke von C&A) zu tragen. Und was glauben Sie, was heute unter Schülern „uncool“ ist? Da hat sich trotz Germany’s Next Topmodel nicht viel geändert. Zwar haben KiK und Co. C&A als Imageverlierer abgelöst, aber „cool“ ist C&A immer noch nicht. Ich kenne erwachsene Menschen, die zwar gelegentlich bei C&A einkaufen, sich aber heute noch vor Betreten des Geschäfts umdrehen, um sicher zu stellen, dass sie niemand aus ihrem Bekanntenkreis sieht.

Natürlich hat Thomas Rolfes, Unternehmenssprecher von C&A Recht, wenn er darauf verweist, dass C&A in der Vergangenheit den Minirock massenfähig gemacht hat und ohne Zweifel sind auch die meisten heutigen Produkte qualitativ gut. Trotzdem bleibt C&A im Bewusstsein vieler Menschen die Marke des Wiederaufbaus und das Geschäft, in dem die Mütter und Großmütter der heute Erwachsenen-Generation einkauften, vor allem, wenn Sie aufs Portemonnaie achten mussten.

Deshalb wäre es wirklich überlegenswert - und ergäbe wahrscheinlich die beste Zukunftschance - der Marke von Clemens & August Brenninkmeijer mit dem Relaunch auch einen neuen Namen zu geben. Einen Namen gibt man nicht leichtfertig auf, vernichtet man damit doch letztendlich alle bisherigen Markeninvestitionen auf einen Schlag; so wie es gerade mit den Marken „Hamburg-Mannheimer“ und „Victoria“ geschehen ist. Allerdings gab es bei diesen Versicherungen noch nicht einmal signifikante Imageprobleme, die C&A trotz seiner Marktführerschaft nicht abzusprechen sind. Ob dabei der Name C&A komplett verschwinden müsste, oder eine Zwei-Markenstrategie die erfolgreichere Alternative darstellt, muss vorab untersucht werden. Aber offensichtlich gibt es in dieser Richtung Denkverbote bei den Brenninkmeijers.

Bild-Quelle: www.wuv.de

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